MdL Rosi Steinberger besucht AELF
Gutes Essen für alle

Immer öfter essen Menschen nicht mehr daheim, sondern in einer Gemeinschaftseinrichtung. "Ob Schule, Kindergarten, Altenheim oder Kantine, das Essen soll gesund, frisch, schmackhaft und nachhaltig sein", erklärt die Landtagsabgeordnete der Grünen und Vorsitzende im Umwelt- und Verbraucherausschuss, Rosi Steinberger.

Sie traf sich Juli 2022 im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Landshut mit Behördenleiterin Monika Deubzer, Dorothee Trauzettel (Leiterin Sachgebiet Gemeinschaftsverpflegung) und Jutta Semmler, zuständig für die Verpflegung in Kitas und Schulen. Gesunde Ernährung zu fördern, gehört zu den Kernaufgaben des Amtes. Die Damen sind Ansprechpartnerinnen für die Gemeinschaftsverpflegung in Niederbayern.

Informieren, qualifizieren und vernetzen

"Verpflegungsverantwortliche in den Einrichtungen und wenden uns dabei an alle, die an der Zubereitung und Verteilung von Essen beteiligt sind", berichtet Sachgebietsleiterin Dorothee Trauzettel. "Wichtig ist uns, dass die Verpflegung die Bedarfe in den Einrichtungen erfüllt. Kinder brauchen eine andere Nahrungszusammensetzung als Seniorinnen und Senioren", ergänzt Jutta Semmler. Und Essen sei mehr als Nahrungsaufnahme. Es sei Gemeinschaftserlebnis, Genuss und ermögliche Wissensvermittlung.

Anteil regionaler und biologischer Lebensmittel

Rosi Steinberger interessierte sich auch für den Anteil an regionalen und biologischen Lebensmitteln in der Gemeinschaftsverpflegung. "Wir sind auf einem guten Weg", berichtete Dorothee Trauzettel. "So hat etwa der Bezirk Niederbayern beschlossen, den Anteil der regional und biologisch erzeugten Lebensmittel in seinen Einrichtungen bis 2030 auf 30 % zu erhöhen. Die Umsetzung beginnt dann mit einer gründlichen Einkaufanalyse. Was wird verwendet und was kann durch regionale und biologische Lebensmittel ersetzt werden? Doch es gibt auch Hindernisse. Langfristige Lieferverträge und höhere Preise machen den Umstieg nicht immer einfach."

Preisgestaltung

"Wenn in einem Altenheim pro Bewohner nur 4,60 € am Tag für die Verpflegung zur Verfügung stehen, sind auch kleinste Preissteigerungen kaum zu managen", so Semmler. Auch im Kita-Bereich solle das Essen oft möglichst günstig sein. Hier seien Informationen über die Preisgestaltung ganz wichtig. Zudem könnten nicht alle Bioerzeuger die Lebensmittel in der gewünschten Konfektionierung liefern.

Prinzip Cook and Chill

Auch die oft langen Warmhaltezeiten mindern die Qualität des Essens. Im Landkreis Landshut gibt es genügend Bio- und konventionelle Caterer. In anderen Regionen Niederbayerns legt das fertige Essen oft weite Wege zurück, denn es gibt nur wenige Kitas mit einer Frische-Küche. "Besser wäre es, nach dem Prinzip Cook and Chill die fertigen Mahlzeiten gekühlt anzuliefern", so Semmler. Dorothee Trauzettel kann sich auch kommunale Zentralküchen vorstellen, die mehrere Einrichtungen versorgen.

Fachkräftemangel

Ein weiteres Problem ist der eklatante Fachkräftemangel im Küchen-, Service- und Betreuungsbereich in vielen Einrichtungen. "Gutes Essen steht und fällt mit dem Personal", so Trauzettel

Wünsche

Aber es gibt auch Wünsche an die Politikerin. Semmler wünscht sich Fördermittel des Freistaates für die Biozertifizierung von Schulen und Kitas. "Eine Vollzertifizierung kostet ca. 1.000 €. Für viele Einrichtungen ist das schlicht zu teuer." Trauzettel regt die Daueranstellung des Fachpersonals im Sachgebiet an. "Wir arbeiten häufig mit Projektkräften, die dann nach Ende des Projektes gehen. Doch wir sind kein Projekt. Gute Ernährung ist ein Dauerauftrag."