Versuchsrundfahrt 2026
Sortenversuche im Gemüsebau im Fokus

Abgebildet sind die Teilnehmer auf einem Feld im Freiland mit verschiedenen Salatsorten.Zoombild vorhanden

© Daniela Gleißner

Am 16.07.2026 fand die jährliche Versuchsrundfahrt im Gemüsebau statt. Knapp 70 interessierte Landwirte und Vertreter aus Handel und Industrie trafen sich an den Versuchsflächen, um die vorläufigen Ergebnisse der diesjährigen Sortenversuche zu diskutieren.

Neben den Sorten- und Pflanzenschutzversuchen verfolgten die Teilnehmer interessiert eine Maschinenvorführung der Präzisionsfeldspritze der Firma Photoheyler.

Zwiebelversuche
Im Speisezwiebelanbau stellt mitunter Fusarium als bodenbürtige Krankheit ein zunehmendes nach wie vor ungelöstes Problem dar. Zwei Versuche wurden hierzu vorgestellt: Im Sortenvergleich wird die Anfälligkeit von sieben Sommerzwiebelsorten verglichen. Das AELF Deggendorf-Straubing testet verschiedene Behandlungsvarianten (Bodenverbesserer, Biostimulanzien und Spurennährstoffdüngung) hinsichtlich der möglichen Wirksamkeit gegen Fusarium. Regelmäßige Befallsbonituren bis zur Ernte sollen Unterschiede aufzeigen. Bis dato sind noch keine Tendenzen erkennbar.
Maschinenvorführung im Primelbestand
Ein weiterer spannender Punkt im Programm war die Technikvorführung der Firma Photoheyler GmbH. In einem Primelbestand des Betriebs Gäubodenkräuter GmbH wurde gezeigt, wie sich mit der Spot-Spray-Technik Pflanzenschutzmittel-Verluste reduzieren und Wirkstoffe einsparen lassen. Durch punktgenaue Applikation werden Umwelt und Ressourcen erheblich geschont. Zwei Praktiker berichteten von ihren Erfahrungen mit dem Gerät. Die beiden Anbauer und der Geschäftsführer von Photoheyler stellten sich den zahlreichen Fragen der interessierten Teilnehmer.
Salatversuche
Auf dem Versuchsfeld des Betriebes Siebauer konnten 16 Eissalat- und 15 Mini-Romanasorten begutachtet werden. Trotz der sehr heißen Witterung konnte der Mini-Romana gut abreifen. Der Eissalat brauchte etwa eine Woche länger, um marktfähig zu werden. Die Qualitäten waren durchgehend gut bis sehr gut, wodurch hohe Aberntequoten erzielt werden konnten. Bei der Ernte wurde das Kopfgewicht, die Füllung und der Aufbau der Köpfe bzw. Salatherzen begutachtet und bewertet. Detaillierte Ergebnisse können im Gelben Heft 2027 nachgelesen werden.
Informationen zur Schilf-Glasflügelzikade
Die Schilf-Glasflügelzikade gilt als Überträgerin von Krankheiten, die bereits vor allem in Kartoffeln und Zuckerrüben zu Ertragsausfällen geführt haben. Aktuelle Informationen hierzu gab es von Sofie Mistele von der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL). Ein kulturübergreifendes bayernweit angelegtes Monitoring von der LfL in Zusammenarbeit mit den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) soll Klarheit über die Verbreitung der Zikade bringen. Hierfür werden Klebefallen in den Anbauflächen aufgestellt und wöchentlich die Fangzahlen der Zikaden ermittelt.
Exaktversuch Einlegegurken
Zum Abschluss fuhren die Teilnehmer weiter zur Versuchsfläche des Betriebs von Andreas Sagstetter (Standort Haidlfing). Daniela Gleißner und Florian Hageneder stellten den Gurkensortenversuch vor, der 2026 als Exaktversuch mit dreifacher Wiederholung und sechs Sorten durchgeführt wird. Eine vierte Wiederholung dient, wie in den Vorjahren, als Testvariante für die Reduktion von Pflanzenschutzmitteln. Weitere Ziele des Versuches sind neben der Ertragsermittlung, die Bestimmung des Längen-Dicken-Verhältnisses, sowie die Qualität des Ernteproduktes im Glas.
Bei den während der Rundfahrt erläuterten Beobachtungen handelt es sich lediglich um vorläufige Ergebnisse. Die endgültigen Resultate aller gezeigten Versuche werden im Januar 2027 auf der Straubinger Vortragsreihe und im „Gelben Heft“ – Gemüsebau in Niederbayern veröffentlicht.