Maßnahmen einfordern
Hygiene im Milchviehbetrieb

Blauer Overal, Gummistiefel und Plastikfolien auf Boden

Alle Personen und Geräte, die mit Tieren in Kontakt kommen, stellen ein Risiko für die Übertragung von Krankheiten dar. Das können der Viehfahrer und sein LKW oder Anhänger sein, der Besamer mit dem Besamungsbesteck, der Tierarzt mit seinen Instrumenten oder der Berater mit seinen Händen und Schuhen. Scheuen Sie sich nicht, die notwendigen Maßnahmen einzufordern!

Es passiert mit Sicherheit nie aus böser Absicht, meist ist es schlichtweg Routine oder Unachtsamkeit. Gerade bei Arbeitsspitzen muss es oft einmal schnell gehen. Aber gerade hier lauern Gefahren und sorgen dann im Nachhinein noch für deutlich mehr Probleme! Die meisten Details sind auch im QM-Handbuch 2.0 geregelt.

Handel mit Tieren und tierischen Produkten

  • Möglichst kein gemeinsamer Transport von Tieren aus verschiedenen Betrieben
  • Nur Tiere mit gesichertem Gesundheitsstatus auf den Betrieb holen; wenn nötig muss eine Quarantäne erfolgen
  • Kein Rücktransport von nicht verkauften Tieren (Zuchtviehmarkt, Tierschauen)
  • Auch der Milchsammelwagen soll möglichst kurze Wege am Betrieb haben; möglichst den eigentlichen Hof gar nicht befahren
  • Keine organischen Dünger von anderen tierhaltenden Betrieben in Stallnähe und auf Futterflächen ausbringen

Umgang mit kranken Tieren am Betrieb

  • Separationsmöglichkeit für erkrankte Tiere (Krankenbox, nicht Abkalbebox!)
  • Keine erkrankten Tiere zu gesunden Tieren versetzen
  • Lagerplatz für verendete Tiere möglichst an einer über die Zufahrt gut erreichbaren Stelle des Hofes. Kein Unnötiger Aufenthalt des TBA-Fahrzeuges am Betrieb
  • Tierbehandlungsgeräte (Kälberstricke, Geburtshelfer, Klauenpflegestände) reinigen und wenn möglich desinfizieren. Dies gilt besonders für den überbetrieblichen Einsatz von Klauenständen.

Tierarzt und Besamungstechniker

    Folgende Maßnahmen reduzieren das Risiko:

    • Overall und Stiefel stellt der Betrieb (regelmäßig waschen)
    • Für Personen, die nur einmalig auf den Betrieb kommen: Einweg-Overall und Plastiküberzieher vorrätig haben (Kosten: 1,- bis 3,- €; XXL passt jedem)
    • Möglichst separate Umkleidemöglichkeit, weite Wege vermeiden
    • Zu behandelnde Tiere bereits vorher suchen und fixieren; möglichst am Randbereich des Stalles; unnötige Tierkontakte werden so vermieden.
    • Instrumente müssen gereinigt und desinfiziert sein; im Zweifelsfall Einwegmaterialien verwenden (Spritzen, Katheder,…)
    • Handwaschbecken mit Seife, Papierhandtüchern und Desinfektionslösung für die Hände