Begehung der Gemüsebau-Sortenversuche 2021
Züchter treffen sich zur traditionellen Versuchsrundfahrt

Teilnehmer der Versuchsrundfahrt Gemüsebau 2021 am Salatversuch

© Reichl, AELF Abensberg-Landshut

Am 15. Juli 2021 veranstaltete das AELF Abensberg-Landshut seine jährliche Begehung der Gemüsebau-Sortenversuche. Aufgrund der Corona-Beschränkungen waren nur Vertreter der Züchtungsfirmen zur Rundfahrt eingeladen. Alle anderen interessierten Personen konnten die Feldversuche in den darauffolgenden Tagen eigenständig besichtigen. Informationen zu den Versuchen wurden für die individuelle Besichtigung vor Ort und im Internet bereitgestellt.

Vertreter der Züchtungsfirmen trafen sich mit Mitarbeitern des AELF Abensberg-Landshut, um die Versuchsfelder zu besichtigen und sich über die Leistung ihrer eingereichten Sorten zu informieren.

Besichtigung der Salatversuche

Erste Station der Rundfahrt war der Schauversuch für Kopf- und Mini-Romanasalat. Insgesamt 30 Sorten werden hier getestet. Schwerpunkt des Versuches ist die Überprüfung der Sorten auf

  • Eignung für den Anbau in Niederbayern
  • Zeitpunkt der Erntereife
  • Gewicht
  • Resistenz gegen Falschen Mehltau, Bakteriose und die Große Johannisbeerblattlaus
  • Toleranz gegen Randen und Innenbrand
Bakteriosebefall

Vor allem der Bakteriosebefall war in diesem Jahr aufgrund der ungewöhnlich kühlen und feuchten Witterung besonders stark ausgeprägt. Einige Sorten verzeichneten einen Ernteausfall von bis zu 100 %.

Sortenversuche zu Einlegegurken

Im Anschluss besichtigte die Gruppe einen Exaktversuch zu Einlegegurken. Im Gegensatz zu den Schauversuchen bei Salat werden die sechs Gurkensorten hier in mehreren Wiederholungen angebaut, um statistisch aussagekräftige Ergebnisse über Ertrag und Qualität zu erhalten.

Falscher Mehltau im GurkenbestandZoombild vorhanden

© Reichl, AELF Abensberg-Landshut

Wie beim Salat war auch bei den Gurken der Befallsdruck durch Falschen Mehltau und Bakteriosen aufgrund der Witterung besonders hoch. Eine Besonderheit im Versuch stellt eine Bio-Sorte der Firma Nunhems dar, die eine Resistenz gegen falschen Mehltau verspricht. Im letzten Jahr lieferte die Sorte ohne Fungizideinsatz etwa 70 % des Ertrags der behandelten Vergleichsvariante und damit ein befriedigendes Ergebnis. Dieses Jahr kann die Sorte wegen des hohen Befallsdrucks nicht überzeugen. In den nächsten Jahren sollen noch weitere „ungespritzte“ Sorten getestet werden. Resistente Sorten sind ein wichtiges Instrument, um das Ziel der Staatsregierung zu erreichen, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln bis 2028 um 50 % zu reduzieren.

Besichtigung der Zwiebelversuche

Nach dem Mittagessen wurde die Rundfahrt mit der Besichtigung der beiden Zwiebelversuche fortgesetzt. Im Zwiebel-Exaktversuch werden 10 rote und 17 bronzefarbene Zwiebelsorten auf ihre Eignung für den Anbau in Niederbayern untersucht. Dabei werden Ertrag, Qualität und Lagereignung bewertet. In beiden Farbvarianten werden sowohl frühe, mittlere als auch späte Sorten getestet. Auch hier machte das Wetter der Kultur zu schaffen. Während der feuchte Boden Ende März zunächst für einen zufriedenstellenden Aufgang sorgte, führte die ungewöhnlich kühle Witterung im Mai zu einem Wachstumsstillstand.

Starkregen und Wind führten zu Blattschäden und teilweise zu verschwemmten Saatgut. Trotzdem konnte sich die Kultur mit steigenden Temperaturen im Juni zufriedenstellend entwickeln. Obwohl der Befallsdruck mit Falschem Mehltau in den umliegenden Gebieten relativ hoch war, blieb die Versuchsfläche weitgehend befallsfrei.

Zwiebelpflanzen mit FusariumbefallZoombild vorhanden

© Reichl, AELF Abensberg-Landshut

Vergleich Fusarium-resistenter Sorten
Der zweite Zwiebelversuch konzentrierte sich auf den Vergleich Fusarium-resistenter Sorten. Hierzu wurden acht Testsorten auf einer mit Fusarium belasteten Fläche angebaut. Zum Zeitpunkt der Versuchsrundfahrt wurde nur ein geringer Befall verzeichnet. Bei späteren Bonituren in den Kalenderwochen 29 und 30 konnten jedoch erste größere Ausfälle beobachtet werden. Eine genaue Auswertung aller Versuche wird Ende des Jahres erwartet.